Messerückblick: KasselBuch 2018

Einige von euch werden es schon auf Facebook mitbekommen haben, dass ich mit meiner Buchstudent-Kollegin Anna an diesem Wochenende die Buchmesse in Kassel besucht habe.

Foto: Anna-Sophia Koschitzki

Unser Ausflug begann, recht entspannt, um 12 Uhr, da wir schon im Vorfeld wussten, dass wir die wenigen Kleinverlage, die auf der Messe sein würden, ohne Probleme an einem Tag abklappern können würden.

Wir bezahlten den verschwindend geringen Eintrittspreis, erhielten jeder ein rosa Bändchen ums Handgelenk, einen Messeplan und einen Katalog. Nachdem dann noch schnell der Facebookstatus aktualisiert und ein kleines Foto hochgeladen war, betraten wir dann die eigentliche Messehalle. Ein einziger, weitläufiger, weißer Raum erstreckte sich vor uns, der uns ermöglichte, die sechsunddreißig Verlagsstände problemlos und mit einem Blick zu erfassen.

Systematisch arbeiteten wir uns also von Stand zu Stand vor, nahmen Verlagsprogramme und Flyer mit und unterhielten uns immer wieder angeregt mit Verlegern, Autoren und Verlagsmitarbeitern.

Trotz der geringen Größe gab es viel zu entdecken: Neben der Kassel University Press, einem Musikverlag und handgefertigten Gedichtbänden konzentrierte sich das Programm vor allem auf Politik und Gesellschaft, Krimi, Kunst, und das, was man allgemein unter „klassischer“ Literatur versteht. Aber auch einige liebevoll illustrierte Kinderbücher und satirische und ungewöhnliche Cartoonbände haben wir entdeckt.

Es war allerdings nicht zu übersehen, dass das Fantasy-Genre fast vollständig fehlte. Ein Kleinverlag (Culture Books Verlag), der neben Krimis v.a. emanzipierte Literatur von überwiegend weiblichen Autoren verlegt, hatte mit „Von der Notwendigkeit, den Weltraum zu ordnen“ einen Science-Fiction-Titel im Sortiment, der von der promovierten Astronomin Pippa Goldschmidt geschrieben worden war und versprach, nicht nur unterhaltsam, sondern auch literarisch anspruchsvoll zu sein. Eventuell werden wir auf Buchstudent diesen Verlag einmal näher vorstellen, oder eine Rezension zu diesem Buch schreiben, daher werde ich an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen.

Ein zweiter Verlag, der homunculus-Verlag, hatte erst kürzlich ein zauberhaftes Trumpfkartenspiel herausgebracht mit aus mehreren Jahrhunderten (Phantastik-)Literatur bekannten „Monstern“, wie dem Prager Golem, Frankensteins Monster, Chtullu oder dem Biest aus dem altbekannten Märchen.

Nachdem wir den ersten Tag hauptsächlich damit verbrachten, uns einen Überblick zu verschaffen (nach zwei Stunden waren wir dann auch, trotz vielen angeregten Unterhaltungen an den Ständen, nach nur zwei Stunden schon durch …), sind wir am heute noch einmal kurz hingegangen, um Anna besagtes Trumpfspiel zu besorgen.

Foto: Eleonore Laubenstein

Den restlichen Nachmittag verbrachten wir also damit, dieses überaus niedliche und liebevoll gestaltete Trumpfspiel (dessen Illustrationen ein wenig an das Kartenspiel „Munchkin“ erinnern) zu spielen und nebenher gemütlich Tee zu trinken.

Alles in allem muss ich sagen, dass es eine sehr nette und überschaubare Messe war, dieman definitiv besuchen kann. Wer Fantasy sucht und auch nur daran interessiert ist, wird definitiv enttäuscht und mit leeren Händen heimkehren, aber Musiker, Kunst- und Gedichtliebhaber, ebenso wie Fans von anspruchsvoller Literatur, von Kinderbüchern oder Krimis, sollten hier definitiv fündig werden.

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